Veranstaltungen quer durch Österreich: zwischen Festspielhaus und Festwiese
Wer das Veranstaltungsjahr in Österreich einmal im Überblick sieht, merkt schnell: Es gibt keine tote Saison. Auf die Bälle im Feber folgen die Frühlingsmärkte, dann der Festivalsommer, dann Almabtrieb und Advent.
Die vier Jahreszeiten und ihre Termine
Dazwischen liegen die Festspiele, die traditionell im Juli und August stattfinden, sowie die Brauchtumstermine im Frühherbst, wenn das Vieh von den Almen kommt.
Schulferien verschieben die Besucherzahlen spürbar. In den Sommerferien sind Familienveranstaltungen voller, in den Semesterferien die Wintersportorte.
Die Hochsaison für Open-Air-Veranstaltungen
Das Grafenegg Festival in Niederösterreich setzt auf klassische Musik unter freiem Himmel. Gespielt wird auf der Wolkenturm-Bühne im Schlosspark.
In Oberösterreich hat sich Woodstock der Blasmusik in Ort im Innkreis etabliert. Das Format verbindet Blasmusik mit Festivalatmosphäre und hat damit ein eigenes Publikum gefunden.
Was sich seit Generationen kaum ändert
Der Almabtrieb findet im September und Oktober statt, wenn das Vieh von den Almen ins Tal zurückkehrt. In Tirol, Salzburg und Kärnten ist daraus vielerorts ein Fest geworden.
Bei Brauchtumsveranstaltungen gilt: Sie richten sich in erster Linie an die eigene Gemeinde. Gäste sind willkommen, das Programm wird aber nicht für sie gemacht. Weitere Beiträge aus Österreich finden sich hier.
MonatTypischer SchwerpunktAndrang
| Jänner |
Ballsaison, Skirennen |
hoch in den Wintersportorten |
| Mai |
Stadt- und Frühlingsfeste |
moderat |
| August |
Festivals und Festspiele |
am höchsten |
| November |
ruhigster Monat |
gering |
Wie man zur Veranstaltung kommt
Bei Veranstaltungen in Tallagen ist die Zufahrt oft einspurig. Eine frühe Anreise erspart lange Staus, besonders bei der Rückfahrt.
Die letzten Verbindungen am Abend fahren früher, als viele erwarten. Ein Blick auf den Rückfahrplan vor der Anreise erspart einiges.
Wetter richtig einschätzen
Das Wetter im Alpenraum wechselt schnell. Bei Open-Air-Veranstaltungen in Bergnähe gehört Regenschutz auch im Hochsommer in die Tasche.
Bargeld ist bei kleineren Festen weiterhin nützlich. Nicht jeder Standler akzeptiert Karte, und der nächste Bankomat ist oft weit. Alles Weitere dazu steht dort.
Die unbekannteren Termine
Tourismusverbände der Regionen führen eigene Kalender, die deutlich vollständiger sind als überregionale Übersichten.
Wer eine Region öfter besucht, merkt schnell, dass sich die Termine jährlich wiederholen. Danach lässt sich ein Besuch gezielt planen.
- Termin und Programm auf der offiziellen Seite gegenprüfen
- Unterkunft früh buchen oder weiter außerhalb suchen
- Rückfahrplan vor der Anreise ansehen
- Regenschutz auch im Hochsommer einpacken
Was auf österreichischen Märkten läuft
Wochenmärkte gibt es in praktisch jeder größeren Gemeinde, meist an ein bis zwei fixen Tagen. Sie sind kein Event im engeren Sinn, prägen den Ortsalltag aber deutlich.
Auf Märkten ist Bargeld weiterhin die Regel. Kartenzahlung setzt sich nur langsam durch und ist bei kleineren Ständen selten möglich.
Wie barrierefrei die Termine sind
Viele Veranstalter bieten Begleitpersonen freien Eintritt an. Diese Regelung wird selten aktiv beworben und steht meist im Kleingedruckten.
Bei Freiluftveranstaltungen auf Wiesen ist die Lage schwieriger. Der Untergrund wird nach Regen schnell unpassierbar, auch wenn eine Rampe vorhanden ist.
Der kurze Schluss
Am meisten bringt die Kombination aus einem bekannten Termin und einem kleinen Fest in der Nähe. So sieht man beide Seiten des Landes.
Unterm Strich gilt: Weniger Programmpunkte, dafür mehr Zeit für den einzelnen. Das gilt für Festivals genauso wie für Adventmärkte.
Was wo stattfindet
Vorarlberg ist geografisch abgesetzt und orientiert sich kulturell stärker Richtung Bodenseeraum. Das zeigt sich auch im Veranstaltungsprogramm.
Das Burgenland punktet mit Freiluftbühnen und Weinorten. Die Entfernungen sind gering, mehrere Termine an einem Wochenende sind machbar.
Was am Ende auf der Rechnung steht
Wer außerhalb der Hauptsaison reist, zahlt bei Unterkünften teils die Hälfte. Für Städtereisen ist November der günstigste Monat.
Pfand auf Becher und Geschirr ist bei Festivals inzwischen die Regel. Er ist kein Kostenfaktor, wenn man zurückgibt, summiert sich aber sonst.
Erntedankfeste laufen im Herbst in praktisch jeder Gemeinde. Sie sind klein, kostenlos und geben einen ehrlicheren Eindruck vom Landleben als jede größere Veranstaltung.
Vorgaben, die man vorher kennen sollte
Hunde sind bei vielen Großveranstaltungen nicht zugelassen. Bei Märkten und Dorffesten ist das lockerer geregelt.
Große Taschen und Rucksäcke sind bei vielen Veranstaltungen in der Größe beschränkt. Die zulässigen Maße stehen in der Hausordnung auf der Veranstaltungsseite.
Mit Kindern unterwegs
Almfeste und Brauchtumsveranstaltungen sind für Kinder oft interessanter als für Erwachsene, weil dort Tiere, Handwerk und Musik zusammenkommen.
Treffpunkte für den Fall, dass man sich verliert, klärt man am besten vor dem Betreten des Geländes. Handyempfang ist bei vollen Veranstaltungen unzuverlässig.
Tickets ohne Ärger kaufen
Abendkassen öffnen meist ein bis zwei Stunden vor Beginn. Bei kleineren Veranstaltungen reicht das völlig aus.
Bei ausverkauften Veranstaltungen lohnt der Blick auf offizielle Rückgabebörsen. Dort tauchen kurzfristig Karten zum Originalpreis auf.
Die wichtigsten Fragen im Überblick
Wann beginnen die Christkindlmärkte?
Üblicherweise in der zweiten Novemberhälfte. Sie laufen bis kurz vor Weihnachten, kleinere Märkte oft nur an Wochenenden.
Gibt es Ermäßigungen?
Häufiger als gedacht, für Studierende, Senioren und Familien. Sie stehen meist im Kleingedruckten der jeweiligen Ticketseite.
Finden Open Airs auch bei Regen statt?
In den meisten Fällen ja. Abgesagt wird üblicherweise nur bei Gewitter oder Sturm, und dann meist kurzfristig über die Kanäle des Veranstalters.
Alle Angaben beziehen sich auf den üblichen Jahresverlauf. Konkrete Daten und Öffnungszeiten bitte beim Veranstalter prüfen.